Kisdisznód

ismertető

Michelsberg (rum. Cisnădioara) ist ein Dorf in Siebenbürgen / Rumänien.

Lage

thumb|left|280px|Michelsberg .

Michelsberg ist 12 km von Hermannstadt (rum. Sibiu) entfernt. Der Ort liegt im Silberbachtal eingebettet zwischen dem Götzenberg und der Anhöhe Katharinenwald. Die Berge sind nördliche Ausläufer der Südkarpaten. Michelsberg ist ein Ortsteil von Heltau (rum. Cisnădie).

Landschaftlich einzigartig ist der fast kreisrunde Bergkegel im Ort, der Michelsberg, auf dem eine der ältesten Kirchenburgen Siebenbürgens steht. Sie ist im romanischen Stil erbaut.

Noch heute ist in Michelsberg die Sprache und z.T. auch die Kultur der Siebenbürger Sachsen lebendig. Man kann sich mühelos auf Deutsch verständigen.

Geschichte

Die Anfänge Michelbergs gehen ins 12. Jahrhundert zurück. Im Zuge der Urbarmachung der Gegend wanderten Deutsche aus linksrheinischen Gebieten ein und ließen sich auch im Silberbachtal nieder. Noch vor dem Jahre 1200 wurde eine Dorfkirche gebaut. Sie ist älter als die Kirchenburg auf dem Michelsberg.

Der goldene Freibrief des Königs Andreas II. gab den Siebenbürger Sachsen umfassende Freiheiten, auf die der Aufschwung dieser Region in der damaligen Zeit beruht.

Michelsberg jedoch war eine Klostergemeinde. Aus einer Urkunde des Jahres 1223 geht hervor, dass der Berg, die Kirche darauf und auch der Ort, mitsamt den Bewohnern vom König zur Absicherung seines Seelenheiles an ein Kloster in Kerz am Alt geschenkt wurde.

Der Abt setzte sowohl Pfarrer wie auch Richter ein und setzte die Abgaben fest, die an das Kloster abzuführen waren. Die Möglichkeit zur Unterdrückung und Erpressung war somit gegeben, und wurde je nach Charakter des jeweiligen Abtes und äusseren Umständen auch ausgenutzt.

Es war offensichtlich, dass die Michelsberger gegenüber den anderen Siebenbürger Sachsen benachteiligt waren, wogegen sie auch protestierten und erreichten, dass ihnen von den ungarischen Königen mehrere Male Schutzbriefe ausgestellt wurden, in denen ihre Rechte denen des Goldenen Freibriefes angeglichen werden sollte. Im täglichen Leben waren sie jedoch weiterhin der Laune des Kerzer Abtes ausgeliefert.

Grenzstreitigkeiten mit dem Nachbarort Heltau erschwerten weiterhin die Bewohner Michelbergs. Die Grenzen der Orte und der Viehweiden wurden viele Male begangen und waren immer wieder Anlass zu Prozessen.

Zudem flammten wegen der Kirche auf dem Michelsberg immer wieder Auseinandersetzungen auf. Obwohl die Kirchenburg nicht von Heltauern erbaut wurde, waren die Pfarrer von Heltau mit der Verwaltung und Ausübung des Gottesdienstes beauftragt, und erhielten somit den Zehnten, und die Opfergaben der Kirchgänger.

Trotz der erhöhten Belastungen des Dorfes betrieben die Michelsberger reges Handwerk und Handel mit dem Ertrag ihres Bodens.

Im 15. Jahrhundert wurde das Kloster zu Kerz unter den Türkeneinfällen mehrere Male zerstört. Trotz der folgenden Versuche, das Kloster wieder aufzubauen, taten der Sittenzerfall und die Korruption im Kloster das ihrige, um zum endgültigen Zerfall und der Auflösung im Jahre 1477 beizutragen.

Die zehn Klostergemeinden, unter ihnen Michelsberg, wurden der Siebenbürgischen örtlichen Verwaltung und den jeweiligen Pfarrern unterstellt und erfreuten sich nun der Rechte des Freibriefes.

Die Kirche auf dem Michelsberg

Obwohl die Kirchenburg im 15. Jahrhundert per Gerichtsspruch der Kirchgemeinde Heltaus zugeordnet wurde, blieb den Michelsbergern das Recht belassen, sich im Verteidigungsfalle auf die Kirchenburg zurückzuziehen.

Daraus entwickelte sich ein Brauch, der bis ins 19. Jahrhundert ausgeübt wurde. Jeder junge Mann, der sich eine Frau nahm, musste in der Nacht vor der Hochzeit einen runden Stein den Berg hinaufschaffen, wo er dann auf der Befestigungsmauer gelagert wurde, und im Verteidigungsfalle auf den Feind herabgerollt wurde.

Architektur

Die Kirche legt ein stummes Zeugnis vergangener Zeiten ab. Die Baukunst selbst stellt sich als außergewöhnlich dar, wenn man die landschaftlichen Gegebenheiten bedenkt. Die Ost-West-Achse des Gebäudes war aus religiösen Gründen vorgegeben, obwohl sie die ungünstigere Ausrichtung darstellte. Somit wurde das Kirchenschiff verkürzt und statt eines Turmes davor zwei kleinere Turme dem Schiff zur Seite gestellt. Das Innere der Kirche ist einfach gehalten.

Das Portal ist besonders sorgfältig gestaltet, und die Mauer um die Verteidigungsanlage vor dem Portal ist erweiternd ausgestellt, damit dieses auch zur Geltung kommt.

Die Mauer selbst ist ein Kunststück, mit zahlreichen Scharten und strategisch angelegten Eingängen. Uber dem Haupteingang sind die Reste des sogenannten Pfarrersstübchen zu sehen. Desweiteren finden sich auch Reste von Zisternen und Gänge in den Mauern.

Landschaft

Der Blick auf die umliegende Landschaft ist einzigartig. Nach Nordwesten hin blickt man durch das Silberbachtal hinauf auf die Südkarpaten, und nach Südosten hat man die sanft gewellte Landschaft vor sich, die einem unwillkürlich an das Siebenbürgenlied erinnert, wo von dem Meeresboden einer längst verflossenen Flut die Rede ist. Der Fagaras-Bergzug setzt einen majestätischen Hintergrund.

Sehenswürdigkeiten

  • Dorfkirche
  • Kirchenburg
  • Museum (oberhalb der Dorfkirche)
  • Halberstein (Urgestein im Silberbachtal)

Verkehrslage

Michelsberg wird über die 106 B erreicht, entweder über Heltau (rum. Cisnădie) oder über den Jungen Wald (rum. Dumbrava) (Abzweigung kurz hinter dem Astra-Freilichtmuseum [1])

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